L e b e n s u m w e g e  -  E r f u r t

Die Selbsthilfegruppe für an Depressionen erkrankte Menschen und ihre Angehörigen

Die folgenden Tipps und Hinweise sollen Ihnen Hilfestellungen und Anregung geben, wie Sie Ihren Angehörigen helfen und besser mit depressiven Menschen umgehen können.

Zur Einführung haben wir für Sie die folgenden Videos bereitgestellt, die sich dem Schwerpunkt: Angehörige von psychisch Kranken aus verschiedenste Ansichten und Perspektiven widmen.

"Psychische Erkrankung
- Angehörige leiden mit"
(6:20)

"Primarius Dr. Riffer über psychische Erkrankungen
und deren Heilung
"

(4:21)

"Morton Mies Psychotherapie
- Auszüge Angehörige"
(5:30)

"Meine Schwester hat Depressionen" -
Angehörige zwischen Liebe und Hilflosigkeit

(43:13)

AOK Familiencoach - Hilfe für Angehörige und Freunde
Der Umgang mit einem depressiv erkrankten Angehörigen, Freund oder Bekannten kann anstrengend und belastend sein.
Die AOK bietet lhnen mit dem -► Familiencoach Depression ein Programm, das Sie in dieser schwierigen Situation unterstützt.
Lernen Sie in kurzen Videos und praktischen Übungen, was Sie im täglichen Umgang mit Depressionskranken beachten sollten.
Hier Finden Sie Hilfe bei der Bewältigung des Alltags mit einem depressiv erkrankten Angehörigen.

Depressionen ernst nehmen
Depressionen – wie sie hier gemeint sind – haben nichts mit „Missstimmung“ oder „Nicht-Gut-Drauf-Sein“ zu tun, wie sie fast jeder aus dem Alltag kennt.
Im medizinischen Sinn sind sie schwere Erkrankungen, die in Extremfällen tödlich enden können. Denn einige der Betroffenen leiden so stark, dass sie ihrem Leben selbst ein Ende setzen.
Verzichten Sie deshalb auf Bagatellisieren („Das ist doch nicht so schlimm“, „Damit kommt doch jeder klar“).
Anderenfalls wird sich der depressive Mensch nur noch mehr unverstanden fühlen und seine Stimmung wird weiter sinken.
Betrachten Sie Depressionen als Leiden, die genau so einer zeitnahen und gezielten Behandlung bedürfen wie eine schwere Infektion oder ein komplizierter Knochenbruch.
Depressionen sprechen umso besser auf eine Therapie an, je früher die Behandlung beginnt.
Lange Vorlaufzeiten scheinen eine Gewöhnung (Einschleifen von Gewohnheiten) und damit die Festschreibung des Krankheitszustandes zu begünstigen.
Helfen Sie deshalb dem Depressiven, einen geeigneten Arzt bzw. Psychotherapeuten, in schweren Fällen eine Fachklinik zu finden oder sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen.
Unterstützen Sie sie/ihn dabei, die erforderliche Behandlung durchzuhalten, was den oft antriebslosen und pessimistischen Kranken allein oft sehr schwer fällt.
Achten Sie darauf, dass der Patient die Therapie nicht zu früh beendet, da sonst Rückfälle drohen.

Hoffnung vermitteln
Weisen Sie den Patienten immer wieder darauf hin, dass Depressionen heute zu den gut behandelbaren, seelischen Erkrankungen gehören.
Bei richtiger Therapie zeichnet sich meist schon innerhalb weniger Wochen eine sichtbare Besserung ab (bei Unterstützung durch Antidepressiva mitunter schon nach 14 Tagen bis 3 Wochen).
Lassen Sie sich durch die typischerweise pessimistischen Äußerungen und dauernden Zweifel des Kranken nicht entmutigen.
Auch wenn sich ein antidepressiv wirkendes Medikament als ungeeignet erweisen sollte, ist dies kein Grund zur Resignation: Heute gibt es glücklicherweise eine Vielfalt unterschiedlicher Antidepressiva (und Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Arzneimitteln), so dass man für die meisten depressiven Menschen eine für sie geeignete Medikation finden wird.
Unterstützen Sie den Patienten dabei, täglich ein/en

  •  Stimmungskalender - (Herunterladen unter -► Downloads)

oder ein

  •  Stimmungstagebuch - (Herunterladen unter -► Downloads)

zu führen und darin die Stimmungsverbesserungen zu protokollieren.
Da depressive Menschen dazu tendieren, „alles schwarz zu sehen“, fällt es ihnen oft schwer, Behandlungsfortschritte zu erkennen.

Sich neu Kennen lernen
Das klingt - zugegeben - etwas abartig, kennt man sich doch als Paar oft schon viele Jahre. Doch die Betroffenheit mit einer Erkrankung an Depressionen macht aus dem Betroffenen einen anderen Menschen.
Das eigenes Ich, die emotionale Wahrnehmung, die Selbstsicherheit, das Selbstwertgefühl und  auch die Selbstwahrnehmung haben sich dadurch oft derart verändert, dass man sich selbst quasi neu Kennen lernen muss.
Viel mehr noch erfordert das vom Angehörigen, gleiches zu leisten, den sein/ihr Partner/in ist nicht mehr der/die selbe wie vorher.
In solch einer Situation ist es fast immer unmöglich, ohne externe Hilfe – durch eine nicht emotional involvierte Vertrauensperson – die Situation aufzugreifen und sie so zu bearbeiten, das konstruktive Lösungen erarbeitet und umgesetzt werden können.
Als SHG Lebensumwege-Erfurt liegt unser Fokus keinesfalls nur auf der Situation der/des Betroffenen, sondern unbedingt auch auf der ihrer/seiner Angehörigen.
Laut meiner in all den Jahren gesammelten Erfahrungen wird eine aktive Depressions-bewältigung in einer Partnerschaft / engeren Freundschaft / Lebensgemeinschaft / innerhalb einer Familie nur durch Miteinbeziehung der Angehörigen und gemeinsamer Bearbeitung der Erkrankungssituation überhaupt erst möglich.
„Steigen“ Sie als Angehörig/r „mit ins Boot“ und lassen Sie sich erklären, wie sie im alltäglichen Miteinander Stolperfallen konstruktiv bearbeiten, Problemsituationen bewältigen und eine Qualität wiedererreichen können, die ohne externe Hilfe oft nicht zu errechen ist.
Vermeiden Sie, dass durch Unvermögen, Unverständnis, Hilflosigkeit und Überforderung eine Trennung als einzige Lösungsmöglichkeit übrig bleibt.

Ich stehe Ihnen – als Betroffene/r und auch als Angehörige/r gerne im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten gerne zur Verfügung.
Wie Sie mich erreichern und kontaktieren können, erfahren Sie auf der Homepage-Seite:
-► Impressum + Kontakt

Verzichten Sie auf Appelle, Vorwürfe, „kluge Ratschläge“, Ablenkungs-manöver, Urlaubsempfehlungen und Überredungsversuche
Traktieren Sie den Patienten nicht mit moralischen Appellen (wie „die Haltung zu bewahren“, „sich zusammenzureißen“, „anderen das Leben nicht so schwer zu machen“).
Denn depressive Menschen haben nicht die Kraft, den Grauschleier über ihrer Gefühlswelt zu durchdringen und eingeschliffene Denkmuster zu verlassen.
Appelle nagen nur an dem ohnehin meist schwachen Selbstwertgefühl.
Sie verstärken Selbstzweifel, Mut- und Hoffnungslosigkeit.
Auch die oft schon vorhandenen Schuldgefühle werden durch Vorwürfe unnötig vermehrt.
Meist wirkungslos und oft sogar völlig kontraproduktiv sind Ablenkungsmanöver, Vergnügungs-angebote, Zerstreuungsbemühungen und gut gemeinte Vorschläge, die Welt doch zu genießen.
Der Kranke will durchaus das Schöne im Leben sehen, aber er kann es einfach nicht.
Ähnliches gilt für Hinweise darauf, wie gut es dem Kranken eigentlich gehe und dass er sich doch darüber freuen müsse. Solche Bemerkungen vertiefen nur den Graben zwischen dem Kranken und Ihnen.
Eher selten profitieren Depressive von Urlauben, wo sie sich meist auch nicht freuen können und zudem häufig Schwierigkeiten haben, Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen.
Nicht selten kommt in der fremden Umgebung auch noch schwere Angst hinzu.

Den Kranken entlasten und wertschätzen
Viele Depressive fühlen sich innerlich leer, erschöpft und kraftlos.
In dieser Situation benötigen sie dringend eine "Schonzeit" (zum Beispiel in Form einer anfänglichen Krankschreibung) und besonders viel einfühlsame Zuwendung.
Obwohl die Patienten durch ihr Verhalten (Antriebslosigkeit, Pessimismus, Abwertung der eigenen Person und anderer) nicht gerade dazu einladen, sind sie auf die Wertschätzung durch ihre Umwelt besonders angewiesen - oft hungern sie regelrecht danach.
Halten Sie sich deshalb vor Augen, dass sich das für die Umwelt oft schwierige Verhalten des Kranken nicht gegen Sie persönlich richtet, sondern Ausdruck bzw. Folge der Grundkrankheit ist.
Geben Sie dem Patienten Rückmeldungen, die diesem helfen, sein Selbstbild zu verbessern.
Seien Sie dabei ehrlich, da der Kranke möglicherweise Ihre Aufrichtigkeit bezweifeln wird.

Zu Aktivität und Bewegung einladen
Stimmung und Verhalten beeinflussen sich gegenseitig.
Deshalb hilft es Depressiven oft, überhaupt etwas zu unternehmen, statt sich zurückzuziehen. Der Kranke kann sich dann davon überraschen lassen, dass es wieder bergauf geht.
Denn ähnlich wie Feuer und Wasser sind auch gesunde Aktivität und Depression miteinander eher unvereinbar.
Erläutern Sie dem Kranken diesen Zusammenhang und motivieren Sie ihn, aktiver zu werden und so seine Stimmung zu verbessern.
Stellen Sie gemeinsam mit ihm eine Liste gut zu bewältigender und angenehmer Aktivitäten zusammen (Beispiele: Spazierengehen, Fahrrad fahren, im Garten arbeiten, Lesen, Freunde anrufen, sich schön anziehen usw.).
Bedenken Sie aber auch, das Sie den Betroffenen mit Ihren Vorschlägen auch "erschlagen" können und sich deshalb damit in überschaubaren Dimensionen bewegen sollten.
Machen Sie anfänglich mit, wenn Ihnen dies möglich ist.
Weisen Sie den Patienten auch auf die antidepressive Wirkung von sportlicher Bewegung hin.
Körperliche Bewegung - Spazieren gehen, Sport, Aktivitäten "an der frischen Luft - setzen im Körper Botenstoffe frei, die entspannen, die Stimmung verbessern und wie ein natürliches Antidepressiva wirken.
Besonders bewährt haben sich Ausdauersportarten wie Walking (schnelles Gehen), Jogging, Radfahren, Schwimmen usw. wobei man auch mit "offenen Augen" die Natur um sich herum betrachten und sich deren stimulierende Wirkung "einfangen" sollte.
Auch hier motivieren Sie den Kranken am ehesten, wenn Sie sich mit ihm gemeinsam bewegen.

Wirkung des Kranken auf sich selbst erkennen
Machen Sie sich folgende Zusammenhänge klar und reagieren Sie dadurch gelassener: Durch anhaltendes Klagen (aus Ihrer Sicht vielleicht: „ewiges Jammern“ oder „An- Klagen“) drückt ein depressiver Menschen seine - Auto- Aggressivität und Hilflosigkeit aus.
Sie ist zwar gegen den Kranken selbst gerichtet, kann aber bei Ihnen Ungeduld und Ablehnung (Gegenaggression) hervorrufen.
Die dauernden Selbstanklagen des Betroffenen und sein gekränkt- trotziges Verhalten, ihre Hilfeangebote und die gleichzeitigen Misserfolge als Helfer, werden Sie irgendwann wütend machen und enttäuscht sein lassen.
Während Sie die Heftigkeit Ihrer Gefühle erleben, spürt der Depressive oft gar nichts mehr.
Die häufig wiederholte Feststellung „Mir hilft nichts“ interpretieren Sie vielleicht als „Auch Du kannst mir nicht helfen“.
Damit stellen Depressionen die Frustrationstoleranz von Familienangehörigen, Freunden, Bekannten, Ärzten und anderen Helfern oft erheblich auf die Probe.
Vielfach müssen sie den Ärger aushalten, den der Depressive eigentlich gegenüber anderen wichtigen Bezugspersonen hegt.
Nicht selten werden auch Personen im näheren Umfeld regelrecht „angesteckt“, so dass sich diese ebenfalls vorübergehend gefühlsleer, wert-, interesse- und willenlos fühlen.
Wenn depressive Menschen sich anklammern, nehmen sie anderen oft die „Luft“.

Hier schwebt die starke Gefahr einer -► "Co-Depression" in der Luft, in die Sie als
Angehöriger - oft reaktiv, schleichend und unbemerkt - hineinrutschen können.

Um diese Gefahr zu reduzieren und nicht zu "ersticken", gehen Angehörige dann oft auf Abstand und verstärken damit die Angst des Depressiven, abgelehnt und in seiner Hilflosigkeit allein gelassen zu werden.

Lebensentscheidungen vertagen
Hüten Sie sich davor, den Patienten zu grundlegenden Entscheidungen (Kündigung, Berufs-wechsel, Heirat, Umzug, Scheidung, Kinderwunsch, bedeutsame Kauf- oder Verkaufs-entscheidungen, größeren Urlaubsplanungen) zu drängen.
Der Kranke ist keinesfalls in der Lage, innerhalb einer Depression vernünftig abzuwägen und zu urteilen.
Bereut er später die in solch einer Situation/Verfassung getroffenen Entscheidungen, wird er nur noch depressiver und macht Sie in seiner Hilflosigkeit verantwortlich, ihn dazu geraten zu haben.

Umgangsregeln im Miteinander verändern
Viele Paare mit einer Betroffenheit an Depressionen gelangen immer mehr ins Ungleichgewicht durch einen unbewusst falschen Umgang des Angehörigen mit der Sorge um den Betroffenen.

Ein fiktives Beispiel:
Thomas arbeitet täglich im Schichtdienst und seine Sorgen um seine Frau Iris bündeln sich im Laufe seines Arbeitstages immer mehr in eine für ihn kaum erträgliche Dimension.
Endlich kommt er nach Hause und seine Frau Iris begegnet in bereits vorsichtig zurückhaltend, in der Erwartung der sie überschüttenden Fragen.
Doch Thomas ist schon erleichtert, seine Frau überhaupt lebend anzutreffen, hat er sich doch in seiner Sorge gedanklich in schlimmste Vorahnungen hinein gesteigert.
Verständlich; sowohl die Sicht von Thomas als auch von Iris.
Er will gerne helfen, in seiner Liebe unterstützen und verkehrt unwissentlich die Situation ins Gegenteil denn: ... Iris erlebt gerade nach eine beschissenen Tag den schönen Moment des Nachhausekommens ihres vertrauten, geliebten und sich so sorgenden Mannes.
Endlich ist sie mit ihren Grübeleinen und Stimmungen nicht mehr alleine und sogar daraus Herausgerissen. Nun kann sie in einem schönen, gemeinsamen Abend die Last des bewältigten Tages hinter sich lassen.
Doch ... Thomas überschüttet sie getrieben von den in sich aufgestauten Sorgen und Angst-spekulationen mit einer Frage nach der anderen:

  • "Wie geht es Dir"?
  • "Wie war dein Tag"?
  • "Was hast Du gemacht/geschafft"?
  • "Was gab es für Probleme?
  • "Hast Du Deine Medikamente genommen?"
  • "Hast Du D/einen Mittagschlaf gehalten?"

...usw., usf.
Mit seiner Fragestellung macht Thomas zuerst einmal die Freude seines Ankommens bei Iris komplett zunichte.
Im Weiteren zwingt er sie, ihren Scheißtag - den sie gerade hinter sich lassen will - zu rekapitulieren und alles noch einmal durch ihr darüber Reden zu durchleben.
Er glaubt, das er ihr damit hilft und seine Anteilnahme und Liebe beweißt, sie aber erlebt eine nochmalige Belastung durch die Wiedergabe des für sie so negativ erlebten Tages, der dadurch kein Ende zu haben scheint und es zieht sie erneut in ein Stimmungstief herunter.
Das funktioniert so nicht und bringt alles nur noch mehr in Schieflage.
Außerdem suggerieren die Nachfragen zur Einhaltung der Medikation und einer Mittagsruhe bei Iris, das ihr Partner an ihr zweifelt und selbst die Verrichtung solch einfacher Dinge in Frage stellt.

Was kann man verändern?
Diese Form der Kommunikation ist kontraproduktiv und verstärkt die Belastung des Betroffenen um so mehr, doch der Angehörige braucht in seiner Sorge Antwort und Auskunft, er hat ein Anrecht darauf.
Um das Problem anders zu lösen müssen beide Grundlegendes verändern.
Der Betroffene muss einerseits aus sich heraus ein paar wenige Worte aufbringen, die dem sich sorgend ankommenden Partner erst einmal Erleichterung verschaffen.
"Du Thomas, mein Tag war heute nicht so prickelnd und toll, aber nun bist Du ja wieder zu Hause und ich kann das hinter mir lassen".
Jetzt sollte Thomas nicht weiter bohren und bedrängen, sondern einfach nur DA und BEI Iris sein.
Das auszuhalten ist dem Betroffenen nicht nur weit mehr eine Hilfe als die bohrenden Fragen, sondern ergibt auch eine neue Perspektive im Umgang miteinander.
Iris beginnt nun - ohne die Qual der auf sie einprasselnden Fragen von Thomas - bei dessen nach Hause Kommen - von sich aus kleine Teile ihres Alltagserlebens zu formulieren.
Das Nachlassen des "Verhörs" eröffnet ihr neue Wege und das aus sich selber heraus Kommens und Aktiv- Werdens.
Das funktioniert auch ähnlich im Bereich des körperlichen Umgangs - im Intimleben - mit-eiander.
Da Thomas seine attraktive Frau begehrt, möchte er natürlich auch körperlich mit ihr zusammen sein und ein intaktes und schönes Intimleben mit ihr gestalten.
Doch aufgrund der deutlich die Libido- verändernden / beeinflussenden / einschränkenden Wirkungen ihrer Depressionen, fühlt sich Iris sich selbst und schon gar nicht ihrem Partner gegenüber attraktiv, schön und begehrenswert.
Aus diesen Wahrnehmungen und den psychisch deutlich eingeschränkten, eigenen Glücks-empfindungen hat Iris kaum noch sexuelles Verlangen und zieht sich immer mehr von Thomas zurück.
Doch Iris weiß auch, das Thomas sie begehrt und sie auch körperlich lieben möchte.
Sie Beide begegnen diesem Problem am Besten, indem Iris auch hier ihre/die "guten Momente" ihrer Stimmungslagen nutzt und dann bewusst versucht, aktiv auf Thomas zuzugehen.
Das kann sie vielleicht nicht so häufig, wie er sich das wünschen würde, aber nur so gelingt es den Beiden, das ihre Sexualität nicht in die Qualität einer Art Pflicherfüllung abrutscht.

Iris versucht nach der diesen Veränderungen folgenden, positiven Erlebnissen innerhalb ihrer Kommunikation nun auch, kleine, ihr mögliche Unternehmungen vorzuschlagen, die Thomas einfach nur begleitet und absichert. Dadurch merken Beide, das schon ein kleiner Spaziergang und das Verlassen der Wohnung deutlich positive Effekte bringt .

Innerhalb solcher Unternehmungen sind aber unbedingt tabu:

  • Gespräche über Iris Stimmungslage
  • Iris zu "noch mehr" anzutreiben
  • Iris nicht ernst zu nehmen, wenn sie das Erreichen einer Grenze signalisiert und die Unternehmung abbrechen muss.

... es sei denn, das Iris aus sich heraus beginnt, über sich selbst zu erzählen.
Diesbezüglich sollte Thomas ihr gegenüber auch keinesfalls eine nonverbale, unterschwellige Haltung haben, die ihr dadurch wieder Druck und Erklärungszwänge auferlegt
Gerade diese zurückhalten, verständnisvolle Vorgehensweise von Thomas bringt Iris die Sicherheit und ihr Selbstwertgefühl in kleinen Teilen immer mehr wieder zurück.
Sie begreift sich wieder neu als "Chefin" der von ihr herbeigeführten Situation und erlebt sich nicht mehr als in diese ausgeliefert.
Ihre Entscheidungsfähigkeit wird bestärkt, gefördert und das damit verbundene Selbstwert-gefühl beginnt in kleinen Schritten wieder zu wachsen ...

Dieses fiktive Beispiel zeigt auf, wie man das kommunikative Miteinander in einer Beziehung mit solchen, kleinen Veränderungen maßgeblich, nachhaltig und stetig verbessern - und so die Depression immer mehr aus der Beziehung hinaus drängen kann.
Oft hilft hier die Beratung / das Gespräch mit einem externen, emotional nicht involvierten und unbedingt unparteiischen Menschen, der mit Blick auf Betroffenen und Angehörigen solche Möglichkeiten vorstellt und sie mit praktischen Beispielen unterlegt.
Wagen Sie sich gemeinsam an solche Veränderungen heran und setzen sie diese auch gemeinsam um. Es wird sich umfassend verändernd und deutlich positiv in Ihrer Beziehungsqualität auswirken.

Nutzen Sie unbedingt auch die wertvollen, wichtigen und hilfreichen Hinweise in der kompakten Zusammenstellung der "Regeln für Angehörige", die Sie sich auf der Homepage- Seite -► Downloads herunterladen können

Ich wünsche gutes Gelingen und eine nachhaltige und dauerhafte Qualitätsverbesserung Ihrer Beziehung, der Betroffenheit des an Depressionen Erkrankten und für Sie als Angehörigen.

Unsere besondere Vorab- Empfehlung
Den folgenden Buchtitel möchten wir Ihnen als Angehörige/r eines Betroffener mit einer psychischen Erkrankung an Depressionen ganz besonders und als Einstieg empfehlen, weshalb wir sie den nachfolgenden ganz bewusst vorangestellt.
Es ist ein wertvolles und besonderes "Bilderbuch" für Erwachsene, in denen das Thema der Betroffenheit einer Erkrankung an Depressionen - für Angehörige - sehr anschaulich, bildlich und mit nur sehr wenig Worten leicht verständlich und begreiflich dargestellt wird.
Dieser Tatsache und der Notwendigkeit geschuldet, das auch Angehörige nicht erst Romane lesen können und wollen, stellen wir diesen Buchtitel hier vor und empfehlen ihn ganz besonders denen, die mit ihren erkrankten Angehörigen ganz am Anfang stehen und Zusammenhänge, Auswirkungen, Einschränkungen uvm. möglichst komplex dargestellt haben und einfach verstehen wollen.

Mit dem schwarzen Hund leben
Wie Angehörige und Freunde depressiven Men-schen helfen können, ohne sich dabei selbst zu verlieren

Autoren:
Matthew und Ainsley Johnstone

Mit dem schwarzen Hund leben

Produktinformation:

  • Gebundene Ausgabe: 80 Seiten
  • Verlag: Verlag Antje Kunstmann; Auflage: 4 (1. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888975948
  • ISBN-13: 978-3888975943
  • Originaltitel: Living with a black dog. How to take care of someone with depression while looking after yourself
  • Größe und/oder Gewicht: 15,4 x 1,2 x 21,1 cm

Jeder kennt jemanden, der irgendwann einmal an einer Depression gelitten hat oder noch leidet am schwarzen Hund, wie sie in diesem Büchlein heißt.

Matthew Johnstone war selbst über viele Jahre betroffen, seine Frau Ainsley hat ihn in dieser Zeit begleitet und unterstützt.

"Mit dem schwarzen Hund leben" hält eine Fülle praktischer Ratschläge bereit darüber, wie man eine Depression frühzeitig erkennt, was man dagegen tun kann und was man lieber bleiben lässt, vor allem aber auch darüber, wie Angehörige helfen können, ohne dabei selbst krank zu werden.

Die Johnstones haben sehr eindringliche, berührende und oft humorvolle Bilder für das Leben mit der Depression gefunden und einen Ton, der Betroffene und ihre Angehörigen aus ihrer Isolation und Hilflosigkeit befreit, Trost spendet, Mut macht und Hoffnung verleiht.

DOWNLOAD-  HINWEIS!
Eine speziell zur Thematik: "Ratgeber - auch für Angehörige" von mir für Sie zusammengestellte Bücherliste (BL18) finden Sie - neben vielen weiteren, umfassenden Bücherlisten und Linkangaben zu unseren Seitenthemen - auf der Homepage- Seite: -► Downloads

Im Folgenden haben ich für Sie noch einige weiterführende Linkangaben zum Thema: "Hilfe für Angehörige"  zusammengestellt:

Linkangabe

kurze Erläuterung

AFpK Erfurt ...

Telefonischer Kontakt: 036204 / 62412

 

Mail:  apk.erfurt@gmx.de
URL: https://www.afpk-erfurt.de/

... bezeichnet die Organisation:
Angehörige und Freunde psychisch Kran-ker Erfurt und Umgebung e.V.

Mit Klick auf -► "Flyer des "AFpK Erfurt" können Sie sich den Flyer ansehen und / oder downloaden.

HPE ...

URL:
http://www.hpe.at/home.html

... bezeichnet die österreichische Internetseite: Hilfe für Angehörige Psychisch Erkrankter
Diese Seite enthält viele wertvolle und hilfreiche Inhalte für Angehörige psychisch Erkrankter Menschen.

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK)

URL: 
https://www.bapk.de/der-bapk.html

... bezeichnet eine Selbsthilfeorgani-sation und Solidargemeinschaft von Familien mit psychisch Kranken
Als Familien-Selbsthilfe Psychiatrie setzt sich der Bundesverband gemeinsam mit seinen Mitgliedern, den Landesverbänden, auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen für die Verbesserung der Situation psychisch kranker Menschen und ihrer Familien ein.
Auf den folgenden Seiten finden Angehörige, aber auch Betroffene und andere Interessierte Informationen zu unserem Verband und unseren Angeboten, Tipps zum Umgang mit psychischer Krankheit und weiterführende Adressen.

Landesverband Thüringen der Angehörigen psychisch Kranker  e.V.

URL: http://www.lvapk-thueringen.de/

Wer sind wir
Angehörige und Freunde von psychisch erkrankten Menschen Betroffene, die Angst und Ratlosigkeit kennen von Schuld und Schuldgefühlen geplagt sind

  • an Vereinsamung und Überforderung leiden

  • auf Unverständnis und Vorurteile stoßen

  • und mit Mängeln  in der psychiatrischen Versorgung zu kämpfen haben.

Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker - Jena

URL: 
https://www.selbsthilfe-in-jena.de/de/group/member/14.html

In unserer Angehörigengruppe wollen wir versuchen, den Weg aus der Isolation zu finden.

-► Impressum + Kontakt

Fehlerhaften Link per SMS melden unter: » 0152 / 22189091 «

© SHG- Lebensumwege Erfurt