L e b e n s u m w e g e  -  E r f u r t

Die Selbsthilfegruppe für an Depressionen erkrankte Menschen und ihre Angehörigen

... als die psychische Spätfolge der Corona- Pandemie. Doch was muss man sich unter dem "Cave Syndrome" vorstellen?

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Das Cave Syndrom (26.08.2021) Dr. Sigrun Roßmanith
Das Höhlensyndrom (eng. "Cave Syndrom) ist vor allem in der Zeit der Pandemie sehr aktuell geworden. Es beschreibt Menschen, die eine zeitlang in den eigenen vier Wänden mit wenig sozialer Interaktion gelebt haben und sich der Kommunikation und Beziehung mit anderen entwöhnen.
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Cave-Syndrom: Die psychischen Langzeit-folgen der Corona-Pandemie
Hessenschau DAS THEMA 09.09.2021


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"Cave Syndrom"?
Corona hält Vorarlberger Psychologen auf Trab
(Teil 1)


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"Cave Syndrom"?
Corona hält Vorarlberger Psychologen auf Trab

(Teil 2)


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Videobild Cave- Syndrom

Lockerungen, aber trotzdem keine Lust auf Menschen: Das "Cave-Syndrom"
14.07.2021 14:09 - CHIP / WochIt


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Vieles, was vor Beginn der Pandemie völlig normal und selbstverständlich war, erscheint uns jetzt befremdlich oder macht uns sogar Angst.
Kann man denn noch:

  • mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren?
  • mit Kollegen im Büro sitzen?
  • Theater, Kinos, Konzerte, Events besuchen?
  • sich denn noch die Hand zur Begrüßung reichen?
  • oder sich gar umarmen?

Betroffene mit dem "Cave Syndrome" sind in ihrer sozialen Kompetenz durch ihre Ängste stark verunsichert.
Sie haben Angst vor Begegnungen, befürchten Ansteckungsgefahren oder eigene Überträ-gerschaft, ziehen sich immer mehr zurück und versuchen, ihr Zuhause nur noch so wenig wie möglich zu verlassen.

Wenig Überraschung verursachte diese Erkenntnis bei Psychologen, wiesen doch Forscher der University of British Columbia bereits 2020 auf psychischen Problemen wie Angststörungen oder posttraumatische Belastungsstörungen als Folge der Pandemie hin.

In seit 2007 einmal im Jahr regelmäßigen stattfindenden Umfragen der American Psychological Association werden Menschen in den USA zum Thema Stress befragt.

Auch die Umfrageergebnisse des Psychologenverbands im Jahr 2020 zeigen, wie sehr die Psyche vieler durch die Pandemie belastet wird. (Die Ergebnisse dieser Befragung wurden unter dem Titel "Eine nationale Krise der mentalen Gesundheit" veröffentlicht.)

Innerhalb der "Stress in America 2021"- Umfrage

  • gaben 49 % der befragten Erwachsenen unabhängig von ihrem Impfstatus an, sich beim Gedanken an zukünftige, soziale Interaktionen nach dem Ende der Pandemie nicht wohl zu fühlen
  • bestätigten 48 % der geimpften Teilnehmer die Angst vor sozialen Kontakten
  • verursachte bei 46 %  der Gedanke - nach Corona wieder wie vor der Pandemie zu interagieren - ein unbehagliches Gefühl aus.

Das "Cave Syndrome" bestätigt hiermit, das nicht nur die Pandemie selbst – von Angst beeinflusst – unser Gesellschaft verändert.
Innerhalb der Untersuchungsergebnisse der Universitäten Wuppertal und Witten/Herdecke bestätigte sich die Angst als Schlüsselfaktor für Verhaltensänderungen in der Pandemie.
Aus Angst vor Corona und um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden, veränderte die Gesellschaft ihr Gesundheitsverhalten und weil wichtige Vorsorgeuntersuchungen oder ver-schoben wurden. stieg das Risiko anderweitig zu erkranken.

Zur Berechtigung der Angst sagt der Berliner Mediziner „Ilker-Akgün Aydin“ - Facharzt für Allgemeinmedizin, dass Angst per se weder eine - noch keine Berechtigung besitzt, da sie ein Gefühl ist, das völlig irrational ist und keiner Logik und auch keiner Erklärung folgt.

Führt diese neue Grundangst zu weiteren, etwa zu stressbedingten Erkrankungen? Nein! Nicht grundsätzlich.
Auch wenn sich dadurch eine natürliche Reaktion auf diesen Zustand darstellt, in dem Nähe Unwohlsein, Krankheit oder Tod suggeriert werden, verfestigt sich dieses Empfinden nur kurzfristig in unserem Gehirn, jedoch bedarf es unserer bewussten Haltung und Einstellung dazu, womit es wieder reversibel wird.
Genau so wie wir uns 2020 beispielsweise an das Tragen von Masken gewöhnt haben, müssen wir uns nun wieder an die neue Normalität nach der Pandemie gewöhnen.
Menschen, die etwas ängstlicher oder unsicherer oder bereits mit einer psychischen Erkrankung (Depressionen, Angst- und Panikstörungen) vorbelastet sind, wird es wahrscheinlich schwerer fallen und sie sind mehr betroffen. Doch je normaler sich das Umfeld bewegt und lebt, desto einfacher wird es auch für diese Menschen sein, ins normale Leben zurückzukehren.

Doch diese Ängste können sich auch manifestieren. Wer subjektiv über einen längeren Zeitraum einen hohen Leidensdruck verspürt, sich krank fühlt und in Panik verfällt, sollte sich ärztliche, psychologische oder psychiatrische Hilfe holen.
Dies ist richtiger und besser als in soziale Distanz und Isolation zu gehen, was so auch keines-falls der menschlichen Natur entspricht.

Eine weit größere gesundheitliche Gefahr besteht in einer dauerhaften Einsamkeit, die nach-gewiesenerweise krank macht.
Laut umfassender, medizinischer Studien erhöht das negative Einsamkeitsgefühl deutlich das Risiko für verschiedene Erkrankungen.
Wir Menschen als „Herdentiere“ brauchen nicht nur die emotionale sondern auch die Nähe durch anfassen, fühlen, hören, schmecken und riechen.

Versuchen wir unser Gehirn und Denken – nachdem wir uns an die vielen neuen und häufig wechselnden Maßnahmen und Regeln zur Eindämmung des Coronavirus gewöhnt haben – nun auch wieder an eine neue Normalität nach der Pandemie gewöhnen.

Persönliche Anmerkung:
Definieren wir die Ängstlichkeit doch besser in Vorsicht um und relativieren sie gut abgestimmt zu der aktuellen Pandemiesituation.
Vorsicht ist gut und schützt, doch Angst – die oft die Relation verliert – wirk verhindernd, ausgrenzend und krank machend.
Meine Frau und ich haben vorsichtig und mit angemessenem Selbstschutz die notwendigen Regeln eingehalten, um so uns selbst und Andere zu schützen.
Dies ist uns durch die akute Zeit der Pandemie und bis heute gut gelungen.
Der inzwischen vorhandenen Impfschutz unserer Mischimpfung (Astra Zenika = 1. Impfung, Bointec = 2. Impfung) lässt uns noch sicherer fühlen, aber wir bleiben weiterhin in einer gelassenen, relativierten, angemessenen Vorsicht ...
... UND
... wir lassen innerhalb unserer sozialen Kontakte diese wieder aufleben und nehmen wieder am gesellschaftlichen Leben teil.

Für uns heißt die Lektion des Geschehenen: Angst ist gut, notwendig und unerlässlich und auch eine gute Beraterin …
WENN
… sie in realer und passender Relation zum aktuellen Geschehen bleibt und nicht durch ein Loslösen davon in Einsamkeit, Panik, psychische Erkrankung wie z.B. in ein "Cave Syndrome" hinein treibt.

Trotz unserer Vorerkrankung an Depressionen ist es uns so gut gelingen, die aufkommende Angst und begleitende Panik vor der Rückkehr in ein "normales Gesellschaftsleben" zu beherrschen und uns davon nicht vereinnahmen zu lasen.
Achtsam, vorsichtig, gut relativiert zur aktuellen Situation und in einem guten "inneren Dialog" mit uns selbst aber auch miteinander vermieden wir, den Wiedereinstieg in die Normalität zu verpassen und in unserem "Schneckenhaus" zu bleiben.
Auch wenn die Delta- Variante eine neue Welle mit neuen Gesundheitsauflagen und Begrenzungen verursacht, haben wir in unserer Strategie einen verlässlichen Umgang mit der Situation gefunden, die uns so auch da durch bringen wird.

Verwendete Quellen: University of British Columbia/ Canadian Mental Health Association: Mental health impacts of Covid-19: Wave 2


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