L e b e n s u m w e g e  -  E r f u r t

Die Selbsthilfegruppe für an Depressionen erkrankte Menschen und ihre Angehörigen

Zahlen, Fakten, Publikationen im Zusammenhang mit der Erkrankung an Depressionen, die in ihrer Schwere und Häufigkeit zu den am meisten unterschätzten Erkrankungen unserer Zeit gehören!

Depressionen

Ich habe diese Statistik extra für Sie zusammengestellt haben, weil sie deutliche Warnsignale aussendet, die aber leider seitens der Gesellschaft nicht verstanden, nicht ernst genommen oder teilweise sogar ignoriert werden.

Sehen Sie im Folgenden selbst:

  • -► Zahlen und Fakten
  • -► Sondererhebung Deutschland-Barometer Depression: 2. Lockdown verschlechtert Krankheitsverlauf und Versorgung von psychisch Erkrankten massiv
  • -► Jedes Jahr leidet mindestens jeder 4. deutsche Erwachsene an einer psychischen Erkrankung, also sind jedes Jahr fast 18 Mio. Erwachsene in Deutschland davon betroffen.
  • -► Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Angststörungen und affektive Störungen. Jährlich leidet mindestens jeder 6. deutsche Erwachsene an einer Angststörung und mindestens jeder 10. an einer affektiven* Störung
  • -► An Depression erkrankt sind derzeit in Deutschland 11,3% der Frauen und 5,1% der Männer. Frauen leiden etwa doppelt so häufig an Depression wie Männer.
  • -► Insgesamt sind im Laufe eines Jahres 8,2 % der deutschen Bevölkerung erkrankt. Das entspricht 5,3 Mio. Bundesbürgern.
  • -► 2015 starben mehr Menschen durch Suizid (10.080) als durch Drogen.
  • -► Die Mehrheit der Suizide erfolgt vor dem Hintergrund einer unzureichend behandelten Depression. Täglich nehmen sich durchschnittlich 28 Menschen das Leben.

*Affektive Störungen sind psychische Gesundheitsstörungen, bei denen emotionale Störungen in Form übermäßiger Trauer (Depression) oder Hochstimmung (Manie) über lange Zeit bestehen bleiben. Depression und Manie spiegeln die beiden gegensätzlichen Pole der affektiven Störung wider.

Leider ... liegt ein großes Problem auch an der Wahrnehmung der Erkrankung und an mangelnden Wissen in unserer Gesellschaft.
Noch immer gibt es schlimme, diskreminierende Vorurteile, die sich auf unhaltbaren Halbwissen, Gerüchten, den "Volksmund" und anderweitigen Unsinn gründen.
Das nachfolgende Bild zeigt Ihnen die
Ursachen d. Depressionen lt. Meinung der Bevölkerung
Wie sie an den obenstehenden Werten erkennen, haben Teile der Bevölkerung nicht nur wenig sondern gar keine Ahnung über die Ursachen einer Erkrankung an Depressionen.

Die Angaben: "Falsche Lebensführung" mit 54 Anteilen und "Charakterschwäche" mit 31 Anteilen sprechen hier eine deutliche, negative, verurteilende Sprache.
Überhaupt keine Ahnung beweisen diejenigen, die behaupten: "...die müssen sich einfach nur zusammenreisen" und "die sollen sich nicht so haben".

Ich versichere allen, die so einen geistigen Dünschiss labern - im Namen aller wirklich kranken Menschen und damit auch im Namen aller an Depressionen Erkrankten - das wir Alle das längst getan hätten, wenn darin auch nur die geringste Chance bestehen würde, das wir davon gesund werden könnten.
Niemand ist gerne ernsthaft krank und jeder  - der die Möglichkeit dazu hat - würde nur allzu gerne wieder gesund werden.

Deswegen meine unmissverständliche Botschaft an alle Dummschätzer:
Klappe halten

Die Betroffenen selbst sehen oft folgende Gründe für Ihren Zusammen-bruch:

  • vor allen werden berufliche Gründe genannt, deren Ursachen in der immer komplexer werdenden Arbeit, die auf immer weniger Schultern verteilt wird, in Arbeitsversdichtung und Digitalisierung liegt
  • auch das "sich allein gelassen fühlen", zum "Einzelkämpfer" gezwungen zu werden"
  • mangelnde Möglichkeiten des Austausches durch schlechte, wenige oder nicht tragfähige soziale Beziehungen, keine wirklichen Freundschaften
  • deutlichen Freundschaftsverlust - das "Fallengelassen werden"
  • mangelnde Möglichkeiten zum "Ausstieg" ohne die Sorge um finanzielle-, persönliche-, soziale-, berufliche-, menschliche- und Beziehungs- Konsequenzen haben zu müssen
  • Überforderung in dem, "was man noch tun-" und "was man noch schaffen sollte"
  • gesellschaftliche Zwängen, d.h. immer einsatzfähig, ständig und überall erreichbar und "immer gut drauf" sein zu müssen
  • das Leben auf der "Überholspur", immer höher, schneller, weiter, besser, erfolgreicher und als der Andere, der materielle Wettbewerb
  • private / persönliche Ursachen und Schicksalsschläge, wie z.B. Arbeitslosigkeit, Zerbruch einer Beziehung / Partnerschaft / Freundschaft, schwere Erkrankungen und Suchtproblematiken, der Verlust eines nahestehenden Menschen oder eines geliebten Tieres

Als die effektivsten Methoden zum Umgang mit Depressionen gelten:

  • Das man sich darauf einlässt ist mit Abstand das Wichtigste. Das man sagt: „Okay, ich bin krank! Irgend jemand muss mir helfen“!
  • Therapie
  • Bewegung
  • eine gut eingestellte Medikation
  • ein Wechsel im Job und eine intensive Therapie können u. a. auch den Lebensmut zurückgeben
  • der Besuch einer Selbsthilfegruppe um unter "Gleichbetroffenen" zu sein und zu begreifen, das man mit der Erkrankung keinesfalls ein Exot ist, sondern damit zu den Millionen an Depressionen Erkrankter weltweit gehört. 

Anmerkung und Ergänzung von mir als Webmaster, Selbsthilfe- Erfahrener und Gesprächsgruppenleiter*:

  • Der Kontakt mit "Gleichbetroffenen" in einer Selbsthilfegruppe, ein vertrauliches Erstgespräch und in Folge der Besuch in der Gruppe sind oft die einzige, zeitnah verfügbare und damit "1. Hilfe".
  • Oft stellt der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe den "ersten Lichtblick" - dar
  • Darin besteht leider oft der einzige, zeitnah mögliche Ausweg ist, nicht von der Erkrankung überwältigt zu werden, sondern zu lernen, wie man mit ihr klarkommen kann.
*Laut meiner 2006 erhaltenen Diagnose bin ich Selbstbetroffener mit einer Erkrankung an Depressionen. Seit 2008 bin ich in der Depressionsselbsthilfe als Gesprächsgruppenleiter und Ansprechpartner für Betroffene und /oder Angehörige sowie als Webmaster und Alleinverantwortlicher für diese Homepage tätig.
Mehr zu mir erfahren Sie unter -► Über Mich


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