L e b e n s u m w e g e  -  E r f u r t

Die Selbsthilfegruppe für an Depressionen erkrankte Menschen und ihre Angehörigen

... soll Ihnen einen Eindruck verschaffen, was wir in der Gruppe zusammen erleben und Sie an erzählenswerten, besonderen,  interessanten und immer wieder auch lustigen Gruppengeschehnissen teilhaben lassen.

"Life is Live" ...
... bedeutet eben auch, dass viele Geschehnisse aus der jeweiligen Situation heraus entstehen.
Lesen, schmunzeln, lachen, lernen und erleben Sie so indirekt einen Teil unseres interessanten und vielfältigen Gruppenlebens mit.

"ganz normale Wartungsarbeiten"
Ein zu der Zeit 53jähriges Gruppenmitglied berichtet auf Nachfrage der Gruppe vom guten Verlauf seiner gerade durchgeführten, -► arthroskopischen Knie- OP, den guten Heilungs-fortschritten und seiner Schmerzfreiheit. In seiner weiteren Erzählung überlegte er, wie man die durchgeführten OP- Form noch bezeichnet, wobei ihm ein Gruppenmitglied in seinen Überlegung unterbrach und meinte : "... also ganz normale Wartungsarbeiten".

"Teenager Spätlese"
Im 1. Gruppengespräch zum Jahresbeginn sprechen wir immer über die Feiertags- Erlebnisse der einzelnen Mitglieder. Eine alleinstehende Frau aus der Gruppe erzählte, das sie zu Silvester eigentlich allein feiern und so den Jahreswechsel eher ruhiger, gemütlich und nur mit sich selber geplant hatte. Für sie ganz unverhofft kam ihr - im Obergeschoss wohnender - Sohn herunter und lud sie ein, mit nach oben zu kommen, um im Kreis der jungen Leute mit zu feiern, damit sie nicht alleine herumsitzen muss. Etwas gehemmt folgte sie der Einladung, wobei sie - wie sie uns erzählte dachte - "In meinem Alter passe ich doch nicht mehr so recht zu den jungen Leuten"!
Darauf erwiederte ein Gruppenmitglied schlagfertig: "Aber als -► Teenager Spätlese gehst Du noch gut durch".

"quälende, innere Unruhe am Morgen" (diesmal ein ernsteres Thema)
Im Gruppengespräch erzählte eine Teilnehmerin von Ihrer sie quälenden, inneren Unruhe in Verbindung mit gleichzeitger Morgenmüdigkeit.
Sie sprach über ihr schlechtes Gewissen, oft den Vormittag "zu verschlafen", gegensätzölich dazu aber eine innere Unruhe zu spüren, jedoch scheiterte sie immer wieder an ihrer Morgenmüdigkeit was sie sehr belastete.
Lesen Sie dazu siehe auch auf der Seite -► Ergänzendes unter dem Abschnittstitel: „Aufstehn ist schön … Wer sagt das…“, welche lästigen Probleme sich als Begleiterscheinung einer erkrankung an Depressionen u. a. einschleichen, wie sie sich zeigen und was man degegen tun kann.
Sie beschrieb, wie sie sich mehrmals - im Abstand von ca. 1/2 Stunde - wecken lässt, um sich dann nach ungefähr 5maligen Wechsel zwischen geweckt werden, doch nicht aufstehen und ggf. sogar wieder Einschalfen aus dem Bett zu quälen.
Dies ist auch dem Hin- und Hergerissenseins geschuldet, zum einen Angst vor einem Zuspätkommen zu haben, andererseits aber auch nicht zu früh aufstehen zu wollen.

Ein Blick auf die biochemische Situation im Körper zeigt die negativen Auswirkungen dieses Verhaltens.
Währen das Weckerklingeln im Körper eine Ausschüttung von Cortisol (dem körpereigenen Stresshormon) bewirkt - was er braucht um sich Wach zu machen und uns "in die Gänge zu bringen" - wird mitten in dieser Phase das "Hochfahren des Systems" gleich wieder abgebrochen und "Heruntergefahren".
Durch die mehrmalige Wiederholung werden diese körperinneren Prozesse derat durcheinander gebracht, dass daraus mit jedem neuen Morgen eine erneute, innerliche Unruhe entsteht, da ja der Körper nicht weiß, was nun eigentlich geschehen soll - das System Hochfahren oder nun doch nicht?
Durch dieses Handeln wird eine innere Unruhe direkt hervorgerufen, da jeden Morgen erneut der Stress der "Undefiniertheit" auf den Organismuss einwirkt und immer wieder den körpereigenen Hormoncocktail durcheinander bringt.

Völlig falsch ist es aber, das als negativ erkannte Geschehen nun mit Hauruck abschaffen zu wollen.
Auch wenn das Praktizierte nicht gut für den Körper, die Psyche und das Wohlbefinden war, hat sich doch nach so langer Zeit ein gewisser Gewöhnungseffekt eingestellt, der keinesfalls abrupt unterbrochen werden sollte.
Grundsätzlich muss ein langsamer Ausstieg aus den Gewohnheiten - die wir erst mit neu erworbenen Wissen als falsch oder gar schädlich erkennen - erfolgen, um uns nicht selbst zu überfordern.
Nach vielen Jahren eines solchen Geschehens werden ein paar Wochen des langsamen und schrittweisen Ausstieges keinesfalls zu lange sein.
Nur, wer langsam, bewusst und für sich selbst diesen Weg - auch aus solchen oder ähnlichen Gewohnheiten auzusteigen - geht, kommt auch mit Erfolg wieder heraus und wird diesen sich auch weiterhin und dauerhaft er/halten können.
Wer dann aber zu schnell "durchstartet", zu eilig unterwegs ist und damit die seine krankheitsbedingten Einschränkungen übergeht / ignoriert, wird sich - nun anderweitig - erneut überfordern und ersetzt das eine Übel durch das Andere.

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