L e b e n s u m w e g e  -  E r f u r t

Die Selbsthilfegruppe für an Depressionen erkrankte Menschen und ihre Angehörigen

... soll Ihnen einen Eindruck darüber verschaffen, was wir in der Gruppe zusammen machen / erleben / veranstalten.

Immer wieder gibt es von interessanten / besonderen / lustigen oder erzählenswerten Gruppengeschehnissen zu berichten, woran wir Sie auf dieser Seite teilnehmen lassen möchten.

"Life is Live" -

bedeutet eben auch, dass viele Geschehnisse aus der jeweiligen Situation heraus entstehen.
Damit diese Ereignisse für Sie - aus dem umgebenden Geschehen herausgelöst - auch verständlich und nachvollziehbar sind, haben wir sie in kleine Geschichten gefasst.
Lesen, schmunzeln, lachen und erleben Sie so indirekt einen Teil unseres interessanten und vielfältigen Gruppenlebens mit.

"ganz normale Wartungsarbeiten" (Live aus der Gruppe)

Ein 53jähriges Gruppenmitglied berichtet auf Nachfrage der Gruppe vom guten Verlauf seiner gerade durchgeführten, arthroskopischen* Knie- OP, den guten Heilungs-fortschritten und seiner Schmerzfreiheit. In seiner weiteren Erzählung überlegte er, wie man die durchgeführten OP- Form noch bezeichnet, wobei ihm ein Gruppenmitglied in seinen Überlegung unterbrach und meinte : "... also ganz normale Wartungsarbeiten". Die Gruppe brach darauf hin in schallendes Gelächter aus und alle erfreuten sich sehr an der "trockenen" Bemerkung.

*https://de.wikipedia.org/wiki/Arthroskopie


"Teenager Spätlese" (Live aus der Gruppe)

Im 1. Gruppengespräch zum Jahresbeginn sprechen wir immer über die Feiertags- Erlebnisse der einzelnen Mitglieder. Eine alleinstehende Frau aus der Gruppe erzählte, das sie zu Silvester eigentlich allein feiern und so den Jahreswechsel eher ruhiger, gemütlich und nur mit sich selber geplant hatte. Für sie ganz unverhofft kam ihr - im Obergeschoss wohnender - Sohn herunter und lud sie ein, mit nach oben zu kommen, um im Kreis der jungen Leute mit zu feiern, damit sie nicht alleine herumsitzen muss. Etwas gehemmt folgte sie der Einladung, wobei sie - wie sie uns erzählte dachte - "In meinem Alter passe ich doch nicht mehr so recht zu den jungen Leuten"! Darauf erwiederte ein Gruppenmitglied schlagfertig: "Aber als Teenager* Spätlese gehst Du noch gut durch".

*https://de.wikipedia.org/wiki/Teenager


"quälende, innere Unruhe am Morgen" (Live aus der Gruppe - diesmal ein ernsteres Thema)

Im Gruppengespräch erzählte eine Teilnehmerin von Ihrer sie quälenden, inneren Unruhe in Verbindung mit der gleichzeitgen Morgenmüdigkeit

siehe dazu auch "3. Der innere Kampf - Morgenmüdigkeit gegen Innere Unruhe" - dessen Inhalt Sie auf der Seite -►Ergänzendes nachlesen können.

Sie beschrieb, wie sie sich mehrmals - im Abstand von ca. 1/2 Stunde - wecken lässt, um sich dann nach ungefähr 5maligen Wechsel zwischen geweckt werden, doch nicht aufstehen und ggf. sogar wieder Einschalfen aus dem Bett zu quälen. Dies ist auch dem Hin- und Hergerissenseins geschuldet, zum einen Angst vor dem Zuspätkommen zu haben, andererseits aber nicht zu früh aufstehen zu wollen.

Ein Blick auf die biochemische Situation im Körper zeigt die negativen Auswirkungen dieses Verhaltens auf.

Währen das Klingeln dem Körper eine Ausschüttung von Cortisol (dem körpereigenen Stresshormon) signalisiert - was er braucht um sich Wach zu machen, wird mitten in dieser Phase das "Hochfahren des Systems" gleich wieder abgebrochen und teilweise wird sogar wieder eingeschlafen.

Durch die mehrmalige Wiederholung werden die körperinneren Prozesse derat durch-einander gebracht, dass daraus mit jedem neuen Morgen eine erneute, innerliche Unruhe entsteht, da ja der Körper nicht weiß, was nun eigentlich geschehen soll - das System Hochfahren oder nun doch nicht?

Durch dieses Handeln wird eine innere Unruhe direkt hervorgerufen, da jeden Morgen erneut der Stress der "Undefiniertheit" auf den Organismuss einwirkt und immer wieder den körpereigenen Hormoncocktail durcheinander bringt.

Völlig falsch ist es aber, das als negativ erkannte Geschehen nun mit Hauruck abschaffen zu wollen.
Auch wenn das Praktizierte nicht gut für den Körper, die Psyche und das Wohlbefinden war, hat sich doch nach so langer Zeit ein gewisser Gewöhnungseffekt eingestellt, der keinesfalls abrupt unterbrochen werden sollte.
Ein langsamer Aussteig aus den Gewohnheiten, die wir mit neue erworbenen Wissen als falsch oder gar schädlich erkennen, muss in jedem Fall erfolgen, im uns nicht selbst zu überfordern.
Nach vielen Jahren eines solchen Geschehens werden ein paar Wochen des langsamen und schrittweisen Ausstieges keinesfalls zu lange sein.

Nur, wer langsam und für sich und diesen selbst bestimmend, seinen Weg - auch aus diesen Gewohnheiten - geht, kommt bewusst in Wahrnehmung und Erfolg an und wird diesen auch er/halten können.

Wer zu eilig unterwegs ist, wird sich - nun anderweitig - erneut überfordern und ersetzt das eine Übel durch das Andere.

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