L e b e n s u m w e g e  -  E r f u r t

Die Selbsthilfegruppe für an Depressionen erkrankte Menschen und ihre Angehörigen

... oder Stimmungsverändert durch Medikamente?
Gibt es das überhaupt?

Viele von Ihnen kennen sicherlich die nicht vordergründige und oft nur diffuse Wahrnehmung, das Medikamente (hier sind ausdrücklich KEINE Psychopharmaka gemeint) sich stimmungsverändernd sowohl in positver als auch in negativer Richtung auswirken können.
Ein kürzlich stattgefundener Termin beim Psychiater veranlasste mich, dieser Thematik ein paar Gedanken zu widmen.
Da vielen Menschen die Zusammenhänge von Medikationen (die nicht in Verbindung mit psychischen Krankheiten stehen und verordnet wurden) nicht bekannt sind, möchte ich hier die diesbezüglichen Aussagen meines Psychiaters sowie einige eigene Erfahrungen und auch Wahrnehmungen aus meinem familiären Umfeld schildern.

Fangen wir mit dem Psychiater an, der seines Zeichens ein langjährig praktizierender, erfahrenener Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie sowie auch des Öfteren als Gutachter tätig ist.
Im Arzt- Patienten- Gespräch äußerte er im Nachdenken über die Verordnung von - in diesem subjektiven Beispiel eines Blutdrucksenkers -, dass einige Medikamente durchaus auch psychisch beeinflussende / stimmungsverändernde Nebenwirkungen haben.
Da er dies nicht im Konjunktiv sondern als Fakt formulierte, sprachen wir noch kurz darüber, das u. a. Blutdruckmedikationen in Nebenwirkungen Depressionen verstärken können.

Meine eigene - diesbezüglich ähnliche - Wahrnehmung ist, dass sich ein recht selten eingenommenes Schmerzmittel (Voltaren Resinat) auch in seinen Nebenwirkungen psychisch beeinflussend zeigt. So bemerke ich jedesmal bei Einnahme eine "LMAA"- ähnliche Stimmung.
Indirekt bedeutet ja jede Schmerzlinderung eine "Stimmungsaufhellung", womit aber die  eintretende LMAA- Stimmung noch nicht erklärt ist.
Im Ganzen empfinde ich dieses Erleben nicht als Depressionsverstärkend, im Gegenteil fast schon angenehm, worin sich aber auch die Gefahr des "danach süchtig werdens" eröffnen könnte.
Da jeder - der schon einmal operiert wurde - die wohltuende LMAA- Wirkung der eigentlichen OP vorausgehenden, gleichnamigen Spritze kennt, wissen all jene um die danach einteretende Stimmung und eben auch das angenehme Gefühl.
Lassen Sie sich diesbezüglich sensibilisieren, das Medikamente oft nicht mit all ihren Wirkungen und Nebenwirkungen in Beipackzetteln beschrieben sind. Jeder Mensch ist ein Individium und Keiner ist dem Anderen gleich, womit auch jegliche Medikation eine subjektive Betrachtung braucht und niemals (wie leider viel zu oft praktiziert) pauschal betrachtet werden sollte.

Mein Rat: Lassen Sie Ihren gesunden Menschenverstand und Ihre eigene Wahrnehmung hier eigene Kriterien zur Beurteilung finden. Ebensowenig wie Leichtfertigkeit wäre hier übertriebene Angst der richtige Weg.
Prüfen Sie über einen längeren Zeitraum (bei Dauermedikation) - oder jedesmal bei ihrer Anwendung (bei Bedarfsmedikation) - die Wirkungen Ihres/r Medikemente/s und bleiben sie bezüglich der Dosierung kritisch und im Dialog mit dem verordnenden Arzt / Facharzt / Klinik.
Allgemein üblich ist die Einstellung der Dosierung eines verordneten Medikamentes im Zusammenhang mit dem Körpergewicht.
Leider vergessen viele Ärzte dabei, das man die Patienten nicht pauschal sondern subjektiv betrachten muß und nicht alle Menschen in gleicher Weise auf die angeordnete Dosierung reagieren.
Medikamentensibilität ist bei vielen Ärzten ein viel zu häufig völlig außen vor bleibender Sachverhalt, woraus sich in sehr vielen Fällen eine unbemerkte und - deshalb oft dauerhaft bestehende - Überdosierungen ergibt.
Mein eigenes Bespiel belegt, dass ich in langen Wegen über falsch und fast ausschließlich zu hoch dosierter Depressionsmedikation viel an Lebenqualität verlor, da ich oft wie ein Zombie mehr dahinvegitierte als wirklich lebte.
Einige Psychiater weiter kam ich dann an den mich jetzt behandelnden (oben erwähnten), der sich glücklicherweise nur an der Fomel Gewicht zu Medikation orientierte, dabei aber auch meine Selbstwahrnehmung als medikamentensensibler Patient erst nahm, berücksichtigte und meine Medikationsdosis (zuvor auf 75mg meines Medikamentes angesetzt) auf 25mg reduzierte, was mir inzwischen seit einigen Jahren als passend und optimal für mich vorkommt.
Ganz ohne mein Medikament - das habe ich in Absprache mit dem Arzt und unter kritischer Aufsicht meiner Frau (Medizinerin) geprüft - geht es leider nicht, was sich am 3. Tag entsprechend bestätigte.
Doch eine höhere Dosierung legte mich lahm, machte mich immer lethargischer und teilnahmsloser.

Diese Aussagen sollten Sie im Zusammenhang mit jeglicher Medikation und ggf. auch mit einigen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (sie z.b. den Bericht über die Wirkungen von MRT- Untersuchung auf der Seite: ► DAS ÄRGERT UNS / MICH), kitisch genug aber nicht überängstlich "im Hinterkopf behalten". 
Mit dem Wissen um eine richtig verordnete und auch richtig dosierte Medikation werden Sie sich in jeder Hinsicht besser fühlen und Ihrem Körper und Ihrer Psyche nur das zumuten, was unbedingt nötig ist.


BELEIBEN SIE DRAN und unbedingt IM DIALOG MIT IHREM ARZT!


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