L e b e n s u m w e g e  -  E r f u r t

Die Selbsthilfegruppe für an Depressionen erkrankte Menschen und ihre Angehörigen

... ist ein Seitentitel, der damit schon klarmacht, das es hier um Missstände geht, die - natürlich themenbezogen zum Inhalt unserer Seiten - Betroffene und/oder ihre Angehörigen ärgern.

Ein paar deutliche Worte

Wer je mit Psychiatern, Psychotherapeuten oder Psychiatrischen Kliniken zu tun hatte, weiß viel darüber zu berichten.
Glücklicherweise gibt es viel Positives und Menschen, die in diesen Berufen engagiert tätig sind und ihr Bestes zu geben versuchen.
Sie haben es nicht leicht, denn die Vielfältigkeit psychischer Erkrankungen sind so riesig, das sie keinesfalls allumfassend erforscht sind.
Vieles weiß man und dieses Wissen wird von eben diesen engagierten Fachpersonal so gut wie möglich angewendet, um Betroffenen und/oder ihren Angehörigen zu helfen.

Doch bei dem Zeitfenster, das jedem dieser Profis im ambulanten Bereich zur Verfügung steht, fängt das Dilemma schon an. Die Wartzimmer der Psychiater und Psychotherapeuten sind voll mit Menschen, die am Lebensdruck krank geworden sind - wie immer dieser auch aussah.

Pro Arzt kommen viel zu viele Patienten zur Behandlung, was dieser logischerweise nur dadurch kompensieren kann, das er "nur an der Oberfläche kratzt", da er kaum bzw. sehr wenig Zeit pro Patient hat und in der Not viel intensiver - machmal auch zu sehr - auf medikamentöse Lösungen orientiert.

Im Klischen Bereich sieht es nicht besser aus.

Zitat Definition lt. Wikipedia: "Das pauschalierende Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) ist ein in Deutschland angewandtes Patientenklassifikationssystem, das auf Grundlage einer tagesbezogenen Kostenkalkulation in einer klinisch relevanten und nachvollziehbaren Weise, Art und Anzahl der behandelten Krankenhausfälle in Bezug zum Ressourcenverbrauch des Krankenhauses setzen soll".

Was die hochtrabenden Worte solcher Formulierungen - wie sie in Deutschland trotz klarer Gesetze zur Barrierefreiheit immer noch (hier kann man System dahinter zugrunde legen) gerne verwendet werden - aussagen, ist ganz einfach, es soll gespart werden.

Wenn die Sparbremse zum Einsatz kommt weiß jeder, das immer die Schwächsten der Gesellschaft diejenigen sind, denen diese Bremse am meisten zu schaffen machen wird. Kinder, Alte, Kranke - auch in Kombination - rechnen mit dem Schlimmsten, wenn es um Kosteneinsparumg im Gesundheitswesen geht.

Zu Recht, bestätigt jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht.
Ärzte - vor allem aber das Pflegepersonal in Kliniken, haben inzwischen kaum noch Zeit für den direkten Dienst am Patienten, weil der indirekte Dienst - d.h. bürokratische und Verwaltungsaufgaben - ihnen den größten Teil der Zeit am/beim Patienten wegfressen.

Dazu kommt nun auch noch PEPP (siehe oben) und regelt, "... Patientenklassifikationen...", die "...tagesbezogen Kostenkalkulationen..." folgend, angeblich "... klinisch relevant... " und "... nachvollziehbar..." "...Art und Anzahl behandelter Krankenhausfälle im Bezug zum Ressorcenverbrauch des Krankenhauses setzen soll..."???

Da man dieses Wortkonstrukt nicht wirklich entwirren kann, reduzieren wir die umständliche Fomulierung mal auf das Wesentliche.
Patienten sollen klassifieziert werden und die Patientenbezogene Kostenklakulation mit dem tatsächlichen Aufwand in Relation gebracht werden um daraus resultierend den Ressourcenverbrauch - natürlich zu Lasten des Patienten - deutlich zu begrenzen.

Feste "Genesungszeiten" im Rahmen ebenso fester Kosten "anzunehmen" bedeutet, das nicht mehr der Genesungsgrad, sondern entsprechend der "Patientenklassifikation" Zeit und Geld entscheiden darüber, wann ein Patient "gesund" ist/zu sein hat.

Was aber, wenn - wie in so vielen anderen Bereichen hier in Deutschland - wieder Lücken entstehen, die offen bleiben und offen bleiben würden wenn ...

... wenn nicht ehrenamtliche Helfer in den verschiedensten Organisationen immer wieder antreten würden, um zu versuchen, diese Lücken irgendwie zu schließen.

Wo der Staat versagt, springen dann die Leute ein - die die Not ihrer Mitmenschen nicht mehr ertragen können und - nicht wie die Politiker - viele Worte machen, sondern wortlos und engagiert anpacken.

Der Dienst im Ehrenamt ist eine der tragenden Säulen unserer Gesellschaft  bzw. dieses Staates und doch behandelt man das Ehrenamt in unserem Staat stiefmütterlich und abschätzig.
Auch wenn eine engagierte Ehrenamtsstiftung verdiente Ehrenamtliche Helfer ehrt und würdigt, sie inzwischen endlich auch in ihrer Tätigkeit versichert sind, so fehlt es doch am großen Ganzen.

Selbsthilfeorganisationen wie z.B. der Verein: "Lebensumwege-e.V. - Psychosoziale Selbsthilfe Thüringen" wurden in ihrer Arbeit als Verein - wie so viele andere Vereine auch - von bürokratischen und finanziellen "Notwendigkeiten" belastet.

So zwang jede personelle Vorstandsänderung  zum Notar und Amtsgericht um diese gegen entsprechende Gebühren eintragen zu lassen. Vereinvorsitzende werden zu "Bettelmönchen" die - mangels öffentliche Unterstützung dieser Selbsthilfearbeit - Gelder erbetteln müssen.
Beim genannten Verein führte dies durch Mitgliederbeschluss zur Auflösung des Vereinsstatus, womit es aber noch schwieriger wurde.

Alle ehemaligen Vereinsniederlassungen wechselten in den Staus autarker Selbsthilfe- GRUPPEN, wobei eine "Gruppe" - da sie keine Quittungen dafür ausstellen darf  - keine Spenden aquirieren kann. Doch welcher - vor allem auch gewerbliche - Spender spendet dann noch, da er für seine Zuwendungen keinen Beleg zur steuerlichen Abrechnung erhalten kann.

Im Status einer Selbsthilfegruppe - so wie wir als Lebensumwege-Erfurt - ist man auf Kooperationspartner und Unterstützer angewiesen, die - wie der Family-Club Erfurt als Teil des DFV* - uns im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt  und damit diese Selbsthilfearbeit überhaupt erst ermöglichen.

Aber wie kommt - wenn glücklicherweise Quartiersfragen geklärt sind, Geld in die Gruppenkasse?
Antwort: Durch Mitgliedsbeiträge, die aber dem Rechnung tragen müssen, das an Depressionen Erkrankte meist nicht im Arbeitsverhältnis stehen und kaum Einkünfte haben.

Im Weiteren freuen wir uns über Ihre Spenden, für die Sie vom DFV* - hier vertreten durch den Family-Club Erfurt - für uns als Projekt eine Spendenquittung bekommen können.
Ihre Spende kommt zu 100% unserer Selbsthilfearbeit zugute, da diese ausschließlich ehrenamtlich verrichtet wird.

Wir bauen auch auf Ihre finanzielle Unterstützung, z. B. um qualifizierte Referenten aus verschiedensten Fachgebieten zu uns einladen zu können, um unser Wissen über die Erkrankung- aber noch viel mehr um Therapieformen und - Möglichkeiten, Stressabbau und auch wichtige Themen wie z.B. Versorgungs- /Betreungsvollmacht verbessern und erweitern zu können.

Auch die Gestaltung unseres vielfältigen Gruppenlebens ist eine immerwährende finanzielle Herausforderung, kostet doch schon eine kleine, sparsame Gruppenunternehmung ihr Geld, weshalb diese doch öfters nur als Planspiel passiert, aber mit unseren bescheidenen Finanzen perspektivisch kaum möglich ist.

Unterstützen Sie uns mit Ihrer Geld- oder Sachspende** bei unseren vielfältigen Aufgaben oder auch bei den Providerkosten*** für diese Internetpräsenz, die für viele Menschen eine erste Hilfe und Orientierung sowie innerhalb Thüringens in dieser Weise einzigartig ist.

Helfen sie damit den Menschen, die als Betroffene mit einer Erkrankung an Depressionen - oder als deren Angehörige - hilfesuchend und in allergrößter Not zu uns kommen.

Wir sind allzu oft die erste und manchmal auch einzige Anlaufstelle in der völlig hilflosen Situation nach dem Erhalt der Diagnose: "Sie leiden unter Depressionen".

Wir nehmen sie bei uns auf, integrieren Sie in eine Gruppe ebenfalls Betroffener/oder Angehöriger und stehen Ihnen mit all unserem Wissen beratend, unterstützend und begleitend zur Seite.

Darum bitten wir: "Spenden Sie"!

Unsere Bankverbindung lautet:

                                  Kontoinhaber:     Deutscher Familienverband
                                  IBAN:                  DE39 8205 1000 0130 1314 31
                                  BIC:                   
HELADEF1WEM
                                  Verw.- Zweck:     DVF / SHG-Lebensumwege-Erfurt

Bitte geben Sie bei Ihrer Spende zur korrekten Zuordnung des Betrages immer als Verwendungszweck: Spende SHG-Lebensumwege-Erfurt an.

* (Deutscher FamilienVerband hier vertreten durch den Family-Club Erfurt)

**Ihre Geld- oder Sachspende kommt zu 100% unserer Selbsthilfearbeit zugute. Sachspenden bitten wir im Vorfeld mit uns abzustimmen. Sie erreichen mich dazu wie unter Impressum + Kontakt angegeben.

*** Provider: Anbieter von Dienstleistungen im Internet. Ein Provider ermöglicht dem Endkunden gegen eine Gebühr den Zugang zum Internet - Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon

Vielen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!


Eine mich persönlich sehr verärgernde - ja sogar wütend machende Behauptung ...

ist immer wieder die, das Depressionen komplett und vollständig heilbar sind.
Immer wieder auf's Neue wird diese Aussage von Medizinern in Vorträgen oder filmischen Dokumentationen getätigt. Im allgemeinen Verständnis das uns umgibt ist man ja sowieso der Meinung, das wir uns nur "zusammen reißen" müssen.

In den Einzelgesprächen, die ich immer wieder führe, um Betroffenen mit einer Erkrankung an Depressionen und/oder ihren Angehörigen weiter zu helfen, distanziere ich mich ausdrücklich von dieser - nach meiner Meinung nach unhaltbaren und verantwortungslosen Aussage.

In meiner eigenen Betroffenheit (Diagnose seit 2006 - erkrankt schon viel früher) und der umfassenden Selbsthilfearbeit seit 2008 kam ich ausschließlich zu dem Verständnis das:

an Depressionen Erkrankte sehr gut stabilisiert und mit verschiedensten Maßnahmen (Medikamenten, Therapien, Tageskliniken usw.) lediglich stabil gehalten werden können.

Es ist jedoch keinesfalls auszuschließen, dass mit Eintritt einer psychisch sehr belastenden Extremsituation - Arbeitslosigkeit, finanzielle Notlagen, familiäre Krisen, Trauerbelastungen, Eintritt schwerer Erkrankungen u. ä. - eine vielleicht langjährig stabile Situation wieder kippt und die Depression sich zurück meldet.

Wie unmöglich und verantwortungslos ist dann die Aussage der "vollständigen Heilbarkeit" gegenüber Menschen, die sich in ihrer Betroffenheit "an jeden Strohalm klammern" und noch viel tiefer in die Depression fallen, wenn sich die Aussage zur Heilbarkeit als große Lüge erweist.

Disskutieren Sie bei Erhalt solcher Aussagen nicht mit dem sowas von sich gebenden Mediziner!

Er wird Sie weder verstehen noch Ihnen Recht geben.

Setzen Sie sich mit Betroffenen in Selbsthilfegruppen in Verbindung und erfahren Sie von erfahrungsbasierten und wirklich realistischen Möglichkeiten, wie sich Ihre Situation entwickeln kann und wie Sie diese Entwicklung in der richtigen Richtung beienflussen können.

Lasen Sie sich nicht dadurch entmutigen, das die so gerne und sooft proklamierte Heilbarkeit nur ein Traumgebilde ist. Sicher hat bisher noch Keiner Ihnen oder mir einen dauerhaft geheilten Depressiven vorgestellt.

Schon allein die Tatsache, das hier lebenslange Studien noch garnicht in aussagefähigen Umfang betrieben werden konnten, verweist die Aussage zur "Heilbarkeit" in die "Märchenwelt".

Bauen Sie Ihre Strategie im Kampf gegen Depressionen deshalb auf Fakten und nicht auf unhaltbaren Versprechen auf, dann gelingt Ihnen auch eine umfassende Stabilisierung und ein selbstbestimmtes, glückliches Leben.

Holen Sie sich Erfahrungswerte aus "berufenem Munde" ein und fragen Sie Leute, die sich damit wirklich auskennen.

Viele dieser Erfahrungskompetenten haben es selbst geschafft und können Ihnen mit praktisch fundiertem Wissen und nicht mit theoretischem Schulwissen weiter helfen.

Lassen Sie Ärzte und Mediziner Ihren Dienst tun und diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten Ihnen helfen lassen.

Doch behalten Sie Ihr klares und selbstbestimmtes Denken um das für Sie Wertvolle und Richtige zu finden und zu Ihrem Vorteil zu nutzen.

Medizinische Behandlungen, Medikationen, Therapien und alternative Heilmethoden - all das bietet sich Ihnen an doch entschieden müssen Sie selbst.

Wir wünschen Ihnen Kraft und Gelingen und stehen ggf. nach Möglichkeit mit eigenem Erfahrungswissen bereit.

Abschließen ...

... möchte ich positiv, indem ich allen Lesern versichern kann, das sich die Qualität unserer Arbeit als Selbsthilfegruppe in keinster Weise finanzielle Umständen unterordnet!

Soweit es uns möglich ist, treten wir mit deutlichen Ansagen in allen für uns zugänglichen Gremien, öffentlichen Versammlungen und Organisationen auf und nennen die Mängel in der psychiatrischen Landschaft Deutschlands klar beim Namen.

Keinesfalls werden wir uns in der Qualität unserer Selbsthilfearbeit diesen Mängeln beugen, helfen doch gerade auch wir die Lücken zu schließen, die vom Staat offen gelassen werden.

Die Psychiatrie in Deutschland steht einen immer größer werdenden Patientenzustrom völlig hiflos gegenüber, gerät doch das Verhältnis zwischen Vorsorgungsbedarf und - Notwendigkeit zu Lasten der Betroffenen mit psychischen Erkrankungen immer mehr in Schieflage.

Daraus resuktierend entstand der inzwischen geläufige Ausdruck vom "Drehtüreffekt in der Psychiatrie", der nichts anderes besagt, als das Patienten - die gerade entlassen worden - sich fast umgehend in der sich noch "drehenden Tür" zur Wiederaufnahme einfinden, also kaum raus und schon wieder drin sind, weil sie mit den Anfroderungen des Lebensalltages nicht zu Recht kommen.

Nach der "grünen Insel der Sorglosigkeit" innerhalb der Klinik, versäumt man umfassend, den Patienten wieder auf seinen Lebensalltag vorzubereiten. Oft reicht schon der "Brief vom Amt" womit der Patient dann nicht klarkommt und wieder zurück in die Klinik will/muss.

Unsere Selbsthilfearbeit leistet genau hier eine wertvolle Arbeit, indem sie Anlaufpunkte für klinikentlassene Patienten mit Erkrankungen an Depressionen anbietet und sich auch um deren Angehörige kümmert.

Wir "bauen" eine wichtige und oft unerlässliche "Brücke" die bei langen Wartezeiten auf Psyhiater- und Psychotherapeuten- Termine über diese extrem belastete Zeit hinweg hilft.

Wir werden entsprechend unserer Möglichkeiten weiterhin mit all unserer Erfahrungskompetenz für Betroffene mit einer Erkrankung an Depressionen und/oder deren Angehörige Anlaufstelle und Ansprechpartner sein.

Ihr Gesprächsgruppenleiter Lebensumwege-Erfurt- Olaf Lindenlaub



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